Bauten, Einfamilienhäuser | Doppelhäuser

Generationenhaus

Sanierung und Anbau
6354 Vitznau ⋅
2004 – 2006


Das Wohnhaus „Seewarte“ entstand in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts aus einer über 200-jährigen Sägerei. Für diesen Umbau wurden vorwiegend die unterschiedlichsten Bauteile und Möbel aus dem Fundus einer „antiken Bauteilbörse“ verwendet. Dies führte zu einem Stilpluralismus sondergleichen. Gerade im Hybriden liegt das Wesen und der besondere Charme. Das Haus wurde grundlegend saniert und zu einem Mehrgenerationenhaus erweitert. Durch punktuelle Eingriffe, wie die Verbesserung der Lichtverhältnisse und die übersichtlichere Gestaltung im Gangbereich und in den Sanitärräumen, sowie einem differenzierten Farbkonzept gelingt es, die düstere Grundstimmung zu beseitigen, ohne dass das geheimnisvolle Verborgene, das Intime und Höhlenhafte verloren geht. Bestimmen zellenartige, abgeschlossene Zimmer von unterschiedlichem Charakter die Gebäudestruktur im Altbau, so prägt das Raumkontinuum, das Ineinanderfliessen und Überlagern in horizontaler, diagonaler und vertikaler Richtung den Neubau. Er setzt einen Kontrapunkt und kompensiert die in der alten Seewarte vermisste räumliche Grosszügigkeit und Offenheit zum See. Dem Altbau ist eine Veranda vorgelagert, die in der Stahlholzkonstruktion und mit dem Sonnensegel leicht in Erscheinung tritt. Sie ist bis in den Neubau verlängert und dort als Galerie integriert. Die Veranda, unterstrichen durch die gemeinsame Nutzung, ist das zentrale Bindeglied der beiden Baukörper. Von der Seestrasse wirkt der Anbau wie ein eratischer Block aus rot-brauner Rigi-Nagelfluh.Innen ist das Galeriegeschoss aus einer Stahlkonstruktion mit Massivholz aus Edelkastanie, einer Baumart die auch im Garten gedeiht, verkleidet und erscheint wie ein edles Möbelstück. Die Materialien Beton, Stahl, Edelkastanie und Baubronze verleihen dem Raum eine Kargheit, welche zulässt, dass er die Qualität des Ortes in sich aufzunehmen vermag.